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Zwischen Verantwortung, Verpflichtung und Chance

Zwischen Verantwortung, Verpflichtung und Chance
Die Rolle des (kommerziellen) Sports beim Klimaschutz

von Stefan Wagner

Stefan Wagner

Es gibt in Deutschland kein vergleichbares Phänomen, das die Menschen unterschiedlichster gesellschaftlicher Schichten und Generationen derart eint, fesselt und bewegt wie der Sport – allen voran der Fußball mit seinem Leuchtturm Bundesliga. Sport, das ist Emotionalität, Bewegung, Wettstreit, Kommerz, Instanz, Fair Play, Teamgeist, Wertevermittlung. Sportstars sind Vorbilder.

Der Sport als Massenbewegung ist aber zugleich auch mitverantwortlich für die sich immer gravierender auswirkende Klimakrise. Um ihr zu begegnen, bedarf es eines elementaren Wandels – hin zu einer ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Gesellschaft.

Und hier kommt auch der Sport aufs Spielfeld, verursacht doch auch er etwa durch die wöchentlichen Fan-Bewegungen, die Reisetätigkeiten der Athlet*innen, Energiekosten oder Abfälle erhebliche CO2-Emissionen und damit verbunden gesellschaftliche Kosten. Kosten, die künftigen Generationen tragen müssen. Und mit Folgen, die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländer des globalen Südens bereits heute mit enormer Härte treffen.

Die Politik hinkt mit entsprechenden Weichenstellungen hinterher, scheut starke, aber längst notwendige Einschnitte. Und so stellt sich die Frage: Wer geht denn dann in unserer Gesellschaft voran und übernimmt Verantwortung?

Der Sport als gesellschaftlich bedeutend(st)er Akteur, gerne auch als „Kitt der Gesellschaft“ bezeichnet, kann mit seinen zur Verfügung stehenden Mitteln (Aufmerksamkeit, Wertevermittlung, Fanbindung, Zugang zu Sponsoren, Geld, Internationalität) hier als starkes Zugpferd agieren. Er kann vorangehen. Verantwortung übernehmen. Sich dem Gegner „Klimakrise“ stellen. Doch was heißt das konkret?

Botschaft 1: Sich der Thematik öffnen. Minds wide open!

Erst einmal geht es doch darum, sich der Thematik überhaupt zu öffnen – und zwar mit allen vorhandenen Widersprüchen, die der Sport nun mal auch mit sich bringt. Den Sport also als Chance, als Möglichkeit für die Bewältigung der Klimakrise sehen.

Botschaft 2: Nicht gleich perfekt sein wollen. Anfangen!

Im nächsten Schritt gilt es, Verantwortung für die eigenen Emissionen zu übernehmen. Vermeiden – reduzieren – kompensieren. Auch das ist ein Weg, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Aber gerade der kommerzielle Sport kann es sich leisten und sollte es sich vornehmen, kurz- bis mittelfristig klimaneutral zu agieren.

Botschaft 3: Verantwortung übernehmen. Ziele setzen!

Anders als viele Unternehmen und Institutionen haben gerade die starken Akteure des Sports (Sportstars, Vereine, Verbände) die Chance, Klimaschutz auch in Zusammenarbeit mit Partnern und Sponsoren sowie im Zusammenspiel mit den eigenen Anhängern positiv für sich zu nutzen. Mit smarten Ansätzen heißt das: Positionierung mit Potenzial zur Monetarisierung => Beitrag zur Lösung der Klimakrise => andere zum Mitmachen inspirieren.

Botschaft 4: Vorbild sein!

Auf diese Weise kann der Sport den gesellschaftlichen Konsens stärken. Er kann Blaupause sein für Unternehmen, Institutionen, für jeden Einzelnen. Er kann einen Domino-Effekt auslösen. In dieser Rolle würde der Sport seiner Sonderstellung in der Gesellschaft gerecht werden. Andernfalls gibt er sie in dieser zentralen gesamtgesellschaftlichen Frage preis.